Die AMICHE ist der ultimative Ausdruck meines Voyager-Konzepts. Dieser sorgfältige Refit bietet eine neue Version traditioneller Raumaufteilung. Im Vordergrund steht ein raffiniertes, optimal auf den Eigentümer ausgerichtetes Erlebnis, dem eine strategische und tiefgreifende strukturelle Neukonfiguration zugrunde liegt. Ein zentraler Pfeiler dieser architektonischen Vision ist die imposante Bugterrasse auf dem Hauptdeck. Durch die Verlegung des Steuerhauses direkt hinter diesen Bereich haben wir den Bug vollständig in eine markante, nach allen Seiten offene Lounge verwandelt. Der lebendige, vielseitige Bereich verfügt über eine DJ-Anlage und bietet den Gästen eine immersive und unverfälschte Verbindung zur Meeresumgebung, egal ob unterwegs oder vor Anker. Durch die Verlegung des Steuers wurde mehr Platz auf den oberen Decks geschaffen, wodurch die Panorama-Gastbereiche erweitert und ein völlig neuer Bewegungsfluss geschaffen wurden. Das Layout umfasst eine einzelne, außergewöhnlich großzügige Master-Suite auf dem Unterdeck mit direktem Zugang zum voll ausgestatteten Wellness-Spa und dem zweistöckigen Beach Club. Das Oberdeck verwandelt sich in einen spektakulären, von Glas umgebenen Treffpunkt, der von natürlichem Licht durchflutet wird. Es geht nahtlos in die vordere Whirlpool-Lounge über, die mit dem Hauptsalon verbunden ist und in eine minimalistische Flybridge mündet. Jedes Deck ist so sorgfältig gestaltet, dass das Erlebnis in den Vordergrund tritt. Im Mittelpunkt des kreativen Prozesses steht die Qualität der Zeit, die an Bord verbracht wird.
Im Gespräch mit Simone Pessina, Young Designer 2026
Was hat Sie zum Yachtdesign hingezogen?
Um eine starke Grundlage zu schaffen, entschied ich mich bewusst für ein Architekturstudium. Für mich war das die Voraussetzung für mein Endziel: das Yachtdesign. Im Design-Bereich ist diese Branche für mich der Gipfel: Wir haben das Privileg, dynamische Meisterwerke zu schaffen. Was mich extrem fasziniert, ist das Konzept der Yacht als „Nicht-Ort". Im Gegensatz zu einer prächtigen Villa, die statisch bleibt und an die genauen Koordinaten gebunden ist, an denen sie erbaut wurde, definiert sich eine Yacht durch ihre inhärente Freiheit, sich zu bewegen und die Umgebung zu wechseln.
Dieses ständige Bewegungspotenzial entspricht zutiefst meinem Wesen. Ich blühe auf, wenn sich Horizonte verschieben, und bin stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen, Umgebungen und Eindrücken. Dieser Bereich hat mich angezogen, weil eine Yacht den gleichen rastlosen Geist in sich trägt. Ich wollte nicht nur einen schönen Raum gestalten; ich wollte etwas entwerfen, das die Art und Weise verkörpert, wie ich mir meine eigene Reise durch das Leben vorstelle.
Welche Designer und Yachten inspirieren Sie bei der Arbeit?
Mich fasziniert die Schnittstelle zwischen einem puristischen, robusten Explorer, der für extreme Bedingungen gebaut wurde, und der Eleganz einer klassischen Luxusyacht, die für ruhige Reiseziele konzipiert ist. Entwürfe, die entschlossen und kraftvoll sind, sowie makellos proportionierte Yachten mit einer selbstbewussten, imposanten Präsenz auf dem Wasser.
Um meine Ausrichtung weiter zu definieren, führe ich ständig Marktforschung durch und beschäftige mich mit den Experten und Studios, die bereits in diesem Bereich tätig sind. Ich studiere ihre Lösungen, um zu verstehen, wie sie eine derartige Komplexität meistern, und nutze dieses Wissen als Grundlage, um meine eigene Vision zu entwickeln. Genau dieser Prozess treibt meine Arbeit an. Ich möchte ein kühnes, geometrisches Äußeres schaffen, das als elegante Hülle für ein ungestörtes, immersives Erlebnis dient. Mein oberstes Ziel ist die architektonische Auflösung dieser Spannung: einen raffinierten, gehobenen Lebensstil in eine echte Voyager-Ästhetik zu hüllen.
Wie stellen Sie sich die Entwicklung des Yachtdesigns vor?
Ökologische Nachhaltigkeit und Netto-Null-Bilanz sind zu grundlegenden Anforderungen für alle aktuellen Projekte geworden. Sie bilden die technische Basis, von der aus jeder neue Designprozess heute beginnt. Über die technischen Aspekte hinaus würde ich mir wünschen, dass sich die Branche in Richtung einer noch stärkeren Fokussierung auf das menschliche Erlebnis entwickelt. Während Ästhetik immer wesentlich sein wird, liegt die wahre Entwicklung darin, Plattformen für unvergessliche Erinnerungen zu gestalten.
Ich stelle mir einen Wandel vor, bei dem die Architektur der Yacht auf dezente Weise einen Lebensstil ermöglicht, der an Land unmöglich ist. Der ultimative Luxus besteht nicht nur darin, ein ikonisches Designobjekt zu besitzen, sondern in der ungefilterten Verbindung mit der Umgebung und der Qualität der an Bord verbrachten Zeit. Ich stelle mir eine Branche vor, in der die kühne Seele einer Yacht als raffiniertes Werkzeug genutzt wird – für Reisen, bei denen das Erlebnis in den Mittelpunkt des Prozesses gestellt wird.




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